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Archived Exhibition

Chris Leib: ’Becoming Worthwhile’
Oil paintings and drawings
November 19 – December 19:
Vernissage: 19. November 2009, 19 Uhr

Viele meiner Werke neigen zum Mythologischen. Es geht nicht wirklich um Surrealismus, denn dort erkennt man die Objekte, die man sieht. In meinen Bildern sind erkennbare Objekte zu finden, die sich auf andere Objekte beziehen. Und in welcher Beziehungen sie zueinander stehen, kann man nicht immer leicht erkennen“.

Chris Leib

2.November, 2009. CAIN SCHULTE GALLERY BERLIN freut sich am 19. November ihre zweite Ausstellung zu präsentieren. Im Zentrum von „Becoming Worthwhile“ stehen die neuen Porträts – Ölgemälde und Zeichnungen – des amerikanischen Künstlers Chris Leib, die bis zum 19. Dezember zu besichtigen sind.

Der Titel „Becoming Worthwhile“ geht auf einen Werbeslogan für kosmetische und plastische Chirurgie zurück und weist darauf hin, wie Leib seiner Zeit den Spiegel vorhält. Seine Kunstwerke erzählen von den Unvollkommenheiten und Makeln, die seine Modelle an sich wahrnehmen, und von deren improvisierten Maßnahmen dagegen. Die kosmetischen Eingriffsmittel werden durch einfache, alltägliche Materialien versinnbildlicht, wie Schnur, Klebeband und Perücken, die ihre Doppelnatur als Tarnung und Zurückhaltung zum Ausdruck bringen. Sie spielen auf die Standards des angeblichen Selbstwertgefühls des Menschen von heute an, die einschränkend und unheimlich zugleich sind: Die unsichtbaren Kosten erotischer Kapitalverbesserung.

Die Notlösungen der Modelle sind aufschlussreich in Bezug auf ihre eigene Wahrnehmung von dem, was kaputt und wieder herzustellen ist, und von dem, was sie für wertvoll halten. Die Technik, diese Gegenstände einzusetzen, ermöglicht es, die Geschichte des Porträtierten zu erzählen oder zumindest anzudeuten. So Leib: „Indem ich in jedem Selbstbild möglichst wenige ‚Requisiten? benutze, versuche ich herauszufinden, wie weit ich eine Geschichte erzählen kann, ohne dabei das Reich des Porträts zu verlassen.“ Die subtile Trennungslinie zwischen Porträt und Erzählung scheint zu verwischen. Wie ein Autor öffnet er eine Reihe von Dialogen zwischen seinen Bildern und dem Betrachter.

Leib meistert es perfekt, den unperfekten Menschen mit seinen Schattenseiten – Schwächen, Neurosen, Eitelkeiten – und seiner geistigen Vereinsamung darzustellen, indem er sie entweder mit bizarren Gegenständen verziert oder in der Isoliertheit eines zurückgezogen, kontemplativen Lebens zeigt. Leibs Methode ist zeitaufwändig, und der intensive Prozess der genauen Beobachtung lässt ihn auf eine emotionale und imaginäre Weise mit dem Objekt interagieren, sodass ein wahres Gefühl entsteht, das auch der Betrachter nachempfinden kann.

Obwohl Chris Leib bereits als Kind mit dem Zeichnen in Berührung kam, träumte er davon, Anthropologe zu werden. Von der akademischen Welt enttäuscht, nahm er das Zeichnen wieder auf. Er arbeitete am Anfang der 1990er Jahre als Clipart-Illustrator für eine Computerfirma. Kurz darauf meldete er sich an der Academy of Art College in San Francisco an, wo er Malerei studierte. Doch er wollte ein strafferes Programm, das ihm mehr Detailarbeit abverlangte. Diese Herausforderung fand er in einer 18-monatigen praktischen Ausbildung bei dem italienischen Stilllebenmaler Roberto Lupetti. "Das erste, was ich für ihn malte, war eine Geige mit Partiturblatt“ erzählt Leib. „Ich hatte fast die Hälfte hinter mir, als er vorbeikam und zu mir sagte: ‚Vergiss die Noten nicht!? So verbrachte ich noch weitere zehn Stunden, um jede einzelne Note akribisch nachzumalen. Als er zurückkam, sah er sich meine Arbeit an und sagte: ‚Es war nur ein Witz!?“

Chris Leibs Bilder wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen verschiedener Galerien in USA, Frankreich und Deutschland präsentiert. Seine Werke befinden sich in Privatsammlungen sowohl in USA als auch in Europa.

Vernissage, Künstler Chris Leib anwesend: Donnerstag, 19. November 2009, 19 Uhr

 

Look

Chris Leib, 'Look', 2009, oil on panel, 37.5 x 72 cm, 14 7/8 x 28 3/8 inches

   
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