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Lars Theuerkauff
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Ausstellung: Lars Theuerkauff „Malerei“ , 25. 9. 2009
Suspendierter Augenblick

Lars Theuerkauff zeigt uns eine Malerei, die die Fotografie evoziert, um sie in eine andere Zeitlichkeit und
Realität zu überführen: durch die Farbmaterie, den Bildaufbau und die malerische Technik.

Das Schauplatz für diese Transformation ist hier vor allem die Haut, als diejenige dünne Schicht, die wir
gewohnt sind als die Grenze zwischen Selbst und Welt anzusehen und zugleich als „Spiegel der Seele“.

Ähnlich der vielschichtigen Epidermis sind die Gemälde von Lars Theuerkauff aus übereinander gelegten
Farbschichten und Lasuren aufgebaut. Die in der Transparenz der Schichten erkennbare Textur der
Leinwand, aber auch die vielen winzigen Farbtupfer bilden eine Struktur, die sowohl auf die Körnung
analoger Fotografie, als auch auf die Pixel der digitalen Bilder und schließlich auf das
Pigmentierungsmuster der Haut verweisen, so dass wir in eine mise en abîme der Medien und Oberflächen
gestürzt werden.

Allein zwei Töne bilden die Pole des Farbspektrums, und ein deutliches Helldunkel modelliert die Körper
und lässt diese wie Skulpturen erscheinen. Farbreduktion und Modellierung führen zu einer
Entindividualisierung der Gesichter. In der Situation des fotografischen Augenblicks entsteht eine
Ambivalenz von Anonymität und Intimität.

Auch der eigentümliche Bezug auf den Betrachter ereignet sich durch dieses Hell-Dunkel, dessen Licht der
Sicht des Betrachters folgt und ihn als „Auslöser“ des „flashlights“ situiert. Der Augenblick des Fotoblitzes
wird jedoch in der Vermählung von Pointillismus und Lasurtechnik zu einer unbestimmten Dauer gestreckt,
der das Objekt und seine Betrachter einzuhüllen scheint in die Dauer des malerischen Vollzugs – ein
suspendierter Augenblick.

Dr. Carolin Bohlmann

 

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